2016 das Jahr der (Schein-)Digitalisierung?

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Kaum eine Veranstaltung in der Finanzbranche liess 2016 das Thema Digitalisierung aus. Auch die Medien nahmen alles rund um das sagenumwobene Wort dankend auf. Hier ein Finanzexperte, welcher der Welt die Blockchain-Technologie näher bringt, dort ein gestandener CEO, der uns sein Innovation-Lab präsentiert. Auch zahlreiche Firmenmanager, die von einem auf den anderen Tag FinTech Unternehmen leiten, erklären die digitale, disruptive neue Welt.

Dieses auffällige Verhalten könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass sich die gestandene Finanzbranche nicht wirklich wohlfühlt. Erinnern wir uns, die Erfindung des www ist bekanntlich schon über 25 Jahre her. Und damit auch der Start ins digitale Zeitalter.

Nun sprechen alle über den Wandel. Es ist doch erlaubt nachzufragen, wie sich Firmen, die bis jetzt weder disruptiv noch durchgängig digital waren, schnell genug verändern können? Zumal die bestehende Struktur darunter Dienstleistungen und ein Grossteil des Personals nicht einfach ersetzt werden kann. So arbeiten viele mit Hochdruck an der „Scheindigitalisierung“. Die härteste und zugleich präziseste Aussage hierzu wurde mir 2016 anlässlich eines Forums übermittelt. Diese ist: „Wenn Sie einen Scheissprozess digitalisieren, dann haben Sie einen digitalen Scheissprozess“ so Thomsten Dirks. Dementsprechend werden in unzähligen Projekten schnelle und kosteneffiziente Lösungen gesucht, die gegenüber den Benutzern einen trendigen, zeitgemässen digitalen Service vermitteln. Im gesamtheitlichen Prozess jedoch wird durchschnittlich jeder zweite, spätestens dritte Arbeitsschritt durch einen Medienbruch beeinträchtigt. Digitalisieren bedeutet disruptives Denken zuzulassen. Nur wer die Strukturen der führenden Finanzdienstleister kennt, ist sich bewusst, dass die Mitarbeiter solcher Organisationen langjährig dazu ausgebildet wurden, möglichst keine Fehler zu begehen. Sie sind eher verantwortlich für den „Persil-Schein“ als für eine wirkliche Digitalisierung. Dies steht im Widerspruch zur digitalen Revolution.

Für ein erfolgreiches 2017 wünsche ich der Finanzbranche, dass die Entscheidungsträger und Budgetverantwortlichen den Liefertermin und das Budget einer noch nicht definierten Digitalisierung nicht schon vor der ersten Entwicklungssitzung vorgeben. So könnten wir uns in der Branche langsam aber stetig und mit grösserer Nachhaltigkeit auf eine zweifelsohne immer digitalere Zukunft zubewegen.

Ich wünsche allen Lesern viel disruptives Gedankengut für das kommende Jahr und damit verbunden eine höhere Fehlertoleranz für Ihre digitalen Projekte. In diesem Sinne einen guten Rutsch und spätestens bis zur nächsten Payment Arena am 6. April 2017.

http://www.abrantix.com/weihnachtskarte.html

Christian Vetsch

Apple Pay in der Schweiz – Chance oder Risiko

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Vortrag am Swiss Payment Forum 2016 von Christian Vetsch, CMO Abrantix AG

Ist es, da wir bekanntlich nicht in die Zukunft blicken können, nicht an sich schon ein grosses Risiko über die Chancen zukünftiger Bezahlmethoden zu referieren? Persönlich halte ich mich heute deshalb gerne an die philosophische Weisheit von Aristoteles:

„Was man lernen muss, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut“.

Ob der Entscheid der Verantwortlichen der Corner Banca ihren Kunden als erster Schweizer Issuer Apple Pay zu ermöglichen, auch etwas mit Aristoteles zu tun hat, ist mir nicht bekannt. Was ich jedoch gelesen habe ist, dass die Corner Banca 1975 schon der erste Issuer für VISA Kreditkarten in der Schweiz war. Wer die Strukturen der Bank kennt, kommt zum selben Schluss wie ich, namentlich, dass Entscheidungen bei unternehmerisch geführten Firmen kurze Wege gehen müssen. Lassen wir es demnach für die nächsten 20 Minuten offen, ob der Entscheid der Corner Banca für Apple Pay als Chance oder als Risiko betrachtet werden darf. 

 

Wo steht Apple Pay in der Schweiz?

Seit dem 7.7. im 7. Land steht es mir als Konsument nun auch in der Schweiz offen, eine Kreditkarte auf meinem iPhone zu installieren. Keine Angst, ich widerhole jetzt nicht alles, was in den vergangenen vier Monaten in den Medien berichtet wurde. Vieles davon war richtig und viel mehr davon nicht ganz so richtig.

Die Voraussetzung um eine Kredit-, Debit- oder Privatkarte im sogenannten Präsenzgeschäft einzusetzen, ist dass der Händler (Merchant) ein EFT/POS Terminal besitzt. Die in der Schweiz vorhandenen Terminals werden Ende 2017 zu beinahe 100 Prozent für das kontaktlose Bezahlen ausgestattet. Grund dafür ist weder Apple Pay noch die kontaktlosen Kreditkarten. Die Sicherheitsauflagen von VISA/MasterCard an Terminals verlangen diesen Wechsel. Schön für die Terminalanbieter. Nicht ganz so schön für zahlreiche Händler. Wir können gespannt sein, ob alle anderen Länder den Vorgaben von VISA/MasterCard ebenso brav folgen wie die Schweiz.

Nun sind ebendiese Terminals für das kontaktlose Bezahlen (NFC) ausgerüstet und Bezahlen mit Apple Pay wäre überall, jederzeit greifbar. Welche grosse Chance für die Issuer in der Schweiz! Doch zu meinem grossen Erstaunen wird gerade jetzt viel Zeit in die Begründung investiert, wieso die Issuer ihren Kunden die Möglichkeit NICHT bieten wollen, ihre Karte auf das Smartphone zu laden. Wo also liegen die Risiken von Apple Pay? Sind die Kosten zu hoch? Gibt es Abgaben an Apple? Bleiben die Daten nicht in der Schweiz? Zugegeben, Apple hat noch nie etwas kostenlos getan, sonst wäre sie nicht die wertvollste Marke der Welt. Doch gerade wir Schweizer beziehen prozentual gesehen am Meisten dieser, nicht ganz so günstigen Produkt, auf der ganzen Welt.

Ich möchte an dieser Stelle Issuer, welche bei Apple Pay nicht mitmachen auslassen und wiederhole was ich von BonusCard und Cornercard erfahren habe.

  1. Die Installation von Apple Pay ist für unsere Kunden genial einfach.
  2. Unsere Kundenberater erhalten Anrufe von Kunden, die ihre Zufriedenheit über das Produkt mitteilen wollen: „So etwas haben wir bis heute noch nie gehabt“.
  3. Unsere Kunden sind sehr erfreut, über die Reaktionen am Verkaufspunkt, denn das Kassenpersonal hat keine Problemstellung, sondern nur ein Aha-Effekt.
  4. Die männlichen Kartenbesitzer entscheiden sich schneller und in grösserer Anzahl für Apple Pay. (War es nicht Eva, welche den Apfel vom Baum holte und ihn an Adam weiterreichte, so die schöne Anmerkung von Stefan Bolt, CEO von BonusCard.)

Ja, Apple Pay steht in der Schweiz noch ganz am Anfang. Doch die Kundenreaktionen und die Nutzung ergeben bis jetzt ein sehr erfreuliches Resultat. Ich bin mir ganz sicher, dass dieses Feedback nicht nur bei der Swisscard ein Handeln bewirkt, sondern auch bei den übrigen Issuern. Ich persönlich habe meinen Kartenwohnsitz jedenfalls bereits von Zürich ins Tessin verlagert. Nur schade, dass es Apple Pay, obwohl bereits angekündigt, noch nicht für Businesskarten gibt.

 

Apple Pay im Vergleich

Im Vergleich mit WAS? Sogar der schweizerische Konsumentenschutz bemüht sich um das Thema Apple Pay und hat die WEKO schriftlich aufgefordert zu prüfen, ob sich Apple wettbewerbshinderlich verhält, indem sie die NFC Funktion für Apple Pay nur für vertraglich gebundene Issuer zulässt. Zu meinem grossen Erstaunen hat bis heute noch kein einziger Issuer die offene Android NFC Funktion genutzt, um Apple Pay entgegenzutreten. Ja, alle sprechen von Android, Ali oder Samsung Pay, doch gegenwärtig ist kein grosser Issuer am Verbreiten. Für einen zeitaktuellen Vergleich mit Apple Pay bleibt mir folglich nur noch TWINT übrig.

Es fällt mir schwer, eine junge nationale Bezahllösung mit einer technisch logischen Integration der bekannten VISA/MasterCard bzw. Amexco auf ein Smartphone zu vergleichen. Denn selbst bei einer grossen Verbreitung von TWINT ist die Lösung bei gut 100‘000 Akzeptanzverträgen ausgeschöpft. Dabei spielt es eine nebensächliche Rolle, ob ich TWINT über die NFC Funktion, via Bluetooth oder QR-Code nutze. Es handelt sich nicht um meine bestehende Karte, die ich einfach auf dem Smartphone digital hinterlegen kann. Es handelt sich um ein nationales Bezahlverfahren, welches im Grundsatz die Debitkarten von Post und Bank ablösen könnte. Aus diesem Grund verstehe ich erst recht nicht, was für eine überdurchschnittliche Medienpräsenz Apple Pay gegen TWINT erlangt. Denn eines ist klar, Apple Pay gibt es für alle wie mich, die es cool finde, mit der Uhr oder dem iPhone zu bezahlen. Lösungen für die restlichen NFC Smartphones werden folgen.

 

100 Tage mit Apple Pay

Seit der Einführung erster Bezahlterminals im Schweizer Markt, habe ich noch nie eine so unaufgeregte, funktionierende und elegante Bezahlmethode wie Apple Pay erlebt. Glauben Sie mir, es funktioniert einfach und zwar von der Aufschaltung meiner VISA Cornercard, über die Anwendung bis hin zur Verrechnung. Dies sehr zu meinem Nachteil, denn mein Konsumverhalten war in den vergangenen 3 Monaten mehr als wirtschaftsförderlich. Ja, Apple Pay sei Dank! Bereits am ersten Abend nach der Installation, war ich ohne Leder und Plastik unterwegs. Zusammen mit 3 Freunden wollte ich gleich nach dem ersten Bier bezahlen, machte die Rechnung aber ohne den Wirth. „Bei mir können Sie erst ab CHF 20 mit Karte bezahlen. Ich bezahle aber mit dem iPhone! Was das geht? Ja!“ Und schon war seine selbst gesetzte Kartenlimite vergessen. Keine 10 Minuten vergingen, da hatte einer meiner Freunde, stolzer Besitzer einer BonusCard, Apple Pay auch auf seinem iPhone. Zwei Tage später rief er mich aufgeregt an. Er weile in Italien beim Golfen. Der ganze Golfclub stehe um ihn herum und er müsse vorführen, wie Apple Pay funktioniere. Danach ging es für mich 14 Tage in die Berge und mein Auftrag lautete, keine Münzen, keine Noten und kein Plastik. Meine Erfahrung: Suchen Sie neue Bekanntschaften? Ist Ihnen langweilig? Dann bezahlen Sie mit Apple Pay! Sofort sind Sie in ein freundliches, angeregtes Gespräch verwickelt. Wie ein kleines Kind auf dem Spielplatz freute ich mich jeweils auf das Bezahlen, natürlich nur bis zum Bezahltag.

Das richtige Highlight erlebte ich dann mit der Apple Watch. Waren Sie in letzter Zeit auf einer Autobahn in Deutschland unterwegs? Ich schon. Mit Boxenstopp. Jetzt noch schnell auf die Toilette. Oh nein, 0.70 Euro und keine Münzen. Ah, da ist ja ein NFC Leser mit dem VISA/MasterCard Kleber. Uhr hin und durch. So schön kann Bezahlen sein! Gut, nebst all dem Positiven gibt es natürlich noch immer einige Verkaufsstellen, welche kein NFC Terminal haben. Und es gibt Modelle, die einen NFC Leser für Karten, nicht aber für die Uhr oder das iPhone haben. Insbesondere an Automaten werden Sie negative Erfahrungen sammeln. Doch dafür gibt es ja die SBB-App! Da kann ich meine Kreditkarte hinterlegen und brauche auch kein Plastik mehr.

An dieser Stelle möchte ich noch kurz meine Meinung zu den weniger wichtigen Apple Pay Anwendungen im Distanzgeschäft loswerden. Ich bin der Ansicht, dass mir Apple Pay, sobald ich die Apple Welt verlasse, kaum einen Mehr-Komfort bietet. Da es für mich keine grosse Rolle spielt, ob  ich mich schon bei Amazon registriert, meine Kartendaten im SBB Onlineportal oder bei Booking.com hinterlegt habe, bin ich gespannt, wie weit die Anwender Apple Pay auch im Distanzgeschäft einsetzen werden.

Zum Schluss noch ein Apple Erlebnis aus dem Apple Shop an der Bahnhofstrasse in Zürich. Beim Warten auf einen Techniker stellte ich fest, dass Sie amerikanische Zahlterminals einsetzen. Die sind natürlich nicht mit dem Schweizer ep2 Protokoll ausgestattet. Aus diesem Grund (und nicht wie in der NZZ angedeutet aus anderen Gründen) funktioniert die Postcard nicht. Zudem bemerkte ich, dass Kreditkarten per Magnetkartenleser und Unterschrift abgewickelt werden. Am Ende war ich richtig erleichtert, dass im Apple Store wenigstens Apple Pay einwandfrei funktioniert hat.

EMV and ep2 Security Extensions for Utimaco HSM product line

Utimaco HSM SE Series

se-series-utimaco-hsmWe just developed a security extension that adds EMV and ep2 functionality into Utimaco HSM’s. That enables Issuers and payment card processors to comply with the international EMV Standard using Utimaco HSM’s. A second extension for ep2 security allows to use Utimaco HSM’s for the Swiss market and process ep2 transactions according to the Swiss national payment standard ep2.

 

 

 

 

Here is the full press release:

Utimaco Announces Enhanced Payment Features for its HSM in Partnership with Abrantix

Added EMV and ep2 functionality for processing card transactions enable organizations to meet international EMV standard

AACHEN, Germany, 18 July 2016 — Utimaco, the leading manufacturer of hardware-based security technology (Hardware Security Modules, HSM), today announced its partnering with payment software specialist Abrantix to offer enhanced EMV and ep2 functionality to Utimaco’s hardware security module (HSM). With the integration, payment users can secure transactions in accordance with international standards and provide their customers with added security. The complete solution is available now from Abrantix.

“With Abrantix’s EMV enhancement, our HSMs now meet all requirements for international payments and are ideally suited for payment processing,” said Malte Pollmann, CEO of Utimaco.

The enhancement of Utimaco’s HSM series allows payment card transactions to be processed in accordance with the international EMV (Europay International, MasterCard and VISA) standard, which is the basis for payments using all major credit cards such as VISA, MasterCard and American Express. The payment industry’s global standard defines the specifications for payment cards with processor chips, as well as for the associated chip card devices, such as POS terminals and ATMs.

With payment card transactions, all security-related operations – such as the session key derivation and validation of the application cryptogram – take place in the HSM. In order to ensure the required security level, the modules must fully meet the EMV standard.

Abrantix has also created an enhancement for processing ep2 – the payment protocol created in Switzerland. This component performs all ep2 security operations in the HSM. With this addition, Swiss and European payment providers can connect Utimaco’s HSM to all ep2 services without needing further adaptation or steps.

The ep2 standard was introduced on 31 May 2003, and defines the EFT/POS infrastructure of credit and debit card terminals and vending machines in Switzerland. Approximately 90 percent of Swiss payment terminals now run on the new ep2 standard. The standard is based on the global EMV standard, which defines the processing of the chip card.

Both EMV and ep2 modules were optimised for the processing of payment transactions, and include call-chaining, which optimises the roundtrips using the HSM and can handle large amounts of traffic well. The call-chaining capability allows users to run multiple HSM actions via a single command in order to achieve better performance.”Utimaco has always been a very reliable partner providing high quality products,” said Ralph Kohler, Chief Technology Officer at Abrantix. “Thanks to some good collaborative work, we have been able to develop these enhancements so that they meet the stringent requirements of the payment industry in terms of security and availability.”

About Abrantix AG
Abrantix Ltd. was founded in Zürich in the year 2001. Abrantix is a private and independent company which is specialized in payment software engineering. They are characterised by their many years of project experience, with a large market and development knowledge know-how Abrantix is the ideal partner for the realisation of your software project in electronic payment transactions.
The headquarters of Abrantix lies in the heart of Zürich, we have international representation in Newcastle Australia. Today we realise payment projects in over 19 countries and thus take care of efficient, safe and high quality electronic payment systems around the globe. For more information visit www.abrantix.com

About Utimaco IS GmbH
Utimaco is a leading manufacturer of hardware-based security solutions that provide the root of trust to keep cryptographic keys safe, secure critical digital infrastructures and protect high value data assets. Only Utimaco delivers a general purpose hardware security module (HSM) as a customizable platform to easily integrate into existing software solutions, embed business logic and build secure applications. Tens of thousands of enterprise and infrastructure companies rely on Utimaco to guard IP against internal and external threats and protect hundreds of millions of consumers globally. Visit Utimaco at hsm.utimaco.com

 

Contact Abrantix:
Abrantix AG
Daniel Eckstein
Förrlibuckstrasse 66
8005 Zürich, Switzerland
Phone: +41 43 433 70 30
Email: daniel.eckstein@abrantix.com | info@abrantix.com

Abrantix Pty Ltd
Suite 3, 3/19 Bolton Street
Newcastle NSW 2300, Australia
Phone: +61 429 894 858
info@abrantix.com.au

Contact Utimaco:
Utimaco IS GmbH
Alexandra Guennewig
Germanusstrasse 4
52080 Aachen, Germany
Phone: +49 241 1696-210
Email: Alexandra.Guennewig@utimaco.com

Contact agency:
MSLGROUP
Kiley Nichols
Phone: (781) 684-6513
E-Mail: Utimaco@mslgroup.com

 

15 Jahre Abrantix und…

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….die Digitalisierung der Kundenbeziehung im Acquiring!

Da hilft eine ausgeklügelte Organisation und Erfahrung wenig, wenn der Sonnengott genau an unserem Jubiläumstag den Sommer mit einem Hitzehoch einziehen lässt. So durften unsere 120 Gäste bei drückenden Temperaturen ab 15:30 Uhr gespannt den Voten unserer hochdekorierten FacheIMG_5421-Blogxperten lauschen. Nach einer guten Stunde liess sich unser Hitzestau glücklicherweise beim Anstossen auf 15 Jahre Abrantix etwas eindämmen. Zu den Details.

Der Gründung der Abrantix AG im Jahr 2001 durch Daniel Eckstein sei Dank, hatten wir allen Grund für eine Feier. Das Verbinden unserer Payment Arena mit 15 erfolgreichen Jahren Abrantix motivierte uns, die Geschäftsführer der deutschsprachigen Acquirer als Fachexperten für die Jubiläumsarena zu gewinnen. Wir verstehen es als grosses Kompliment, dass sich die angefragten CEOs sofort bereit erklärten sich dem gewählten Thema „Die Digitalisierung der Kundenbeziehung im Acquiring – Lust oder Frust?“ zu stellen und anschliessend mit uns auf unser Firmenjubiläum angestossen haben.

Wann gab es das in der Schweiz? Jürgen Schneider, Heimo Hackel, Marcus Mosen, Jürg Weber und Roland Zwyssig beantworteten eine Stunde lang die kritischen Fragen von Christian Vetsch zur Digitalisierung im Acquiring. Einmal mehr wird klar, dass es keine einheitliche Sicht der Dinge gibt.

Jürgen Schneider von der B+S Card Service GmbH aus Deutschland warnte davor, die Kunden komplett sich selber bzw. der digitalen Welt zu überlassen. Er persönlich ist überzeugt, dass es in unserer Branche unabdingbar ist, die persönliche Kundenbeziehung trotz Digitalisierung aufrecht zu erIMG_5453-Bloghalten.

Heimo Hackel von der card complete vertritt den Standpunkt, dass sich die Branche seit langem mit dem Thema Digitalisierung befasst. Sie gehöre schlicht zum Tagesgeschäft. Der momentane Medienrummel um das in Mode geratene Wort „digital“ habe wenig mit dem seit vielen Jahren täglichen Geschäftsumfeld im elektronischen Bezahlen zu tun.

Marcus W. Mosen von der Concardis ist da anderer Meinung. Aus seiner Sicht befinden wir uns im digitalen Wandel. Im Oktober kommt sein Buch mit dem Titel „Digital Payments – Revolution im Zahlungsverkehr“ in welchem er sich intensiv dem Thema Disruptive Veränderungen wie PSD2, Instant Payments, der Blockchain-Technologie und deren Auswirkungen auf die Finanzbranche, den Handel und das tägliche Kundenverhalten widmet. Wir freuen uns darauf.

Jürg Weber von der SIX Payment Services äusserte sich unter anderem zu den Chancen einer standardisierten, nationalen Bezahllösung. Neu könnte es heissen Paymit und TWINT versus Apple Pay. Eine nationale Lösung mache gemäss Weber Sinn, da der Grossteil des Handels nicht bereit sei mehr für Bezahlverfahren zu bezahlen, was bei Apple Pay der Fall sein werde im Vergleich zu den nationalen Verfahren wie Maestro oder TWINT. Es bleibt spannend.

Roland Zwyssig von der ADUNO, bekanntlich ein führender Issuer der Schweiz, sieht in der Digitalisierung ein grosses Potential. Die Aussage von Marcus Mosen, dass wir uns in einer Zeit grosser Veränderungen befinden, unterstützt er. Zum Thema Apple Pay meint Roland Zwyssig, dass eine Apple Pay Transaktion mit hinterlegter VISA oder MasterCard für den Handel auf der Basis von Kreditkartenkomissionen berechnet wird, jedoch für die Issuer mit zusätzlichen Abgaben an Apple verbunden sind.

Auf eine konkrete Antwort dazu, wann die Aduno Apple Pay auf den Markt bringt, haben wir vergebens gehofft und auch Alex Friedli von der Swisscard AECS zeigte sich verschwiegen. Gemäss der neusten Studie sind die Nutzerzahlen von Apple Pay noch immer sehr gering. http://www.pymnts.com/news/mobile-payments/2016/apple-pay-adoption-usage-2016/  Sind Mobile Payment Lösungen wie Apple Pay demnach die Antwort auf die dem Kunden nie gestellte Frage, ob er eine solche Lösung überhaupt will und braucht?

Anlässlich unserer Jubiläumsfeier stellten auch wir uns eine essentielle Frage. Was ist das Wichtigste in 15 Jahren Firmengeschichte? Unsere Antwort: Es sind unsere Mitarbeiter, Geschäftskunden, Partner und Freunde. So galt und gilt unser Dank den Gästen, welche zahlreich erschienen sind. Keine Selbstverständlichkeit, da der spielfreie Tag der Fussball EM auch von anderen Firmen für wichtige Anlässe genutzt wurde. Für die Abwesenden besteht die Möglichkeit, unseren Film zur Payment Arena auf dem Abrantix Youtube Kanal anzuschauen. Die restlichen 12 Stunden Festivität haben wir aus Gründen der Diskretion nicht veröffentlicht ;). Einige Impressionen finden Sie in unserer Bildergalerie.

Der Payment Arena Battle vom 27. Oktober 2016. Die letzte Payment Arena in diesem Jahr naht. Und schon jetzt können wir es kaum erwarten. Der Battle zwischen FINance und TECHnologie, vertreten durch Christian Meier, Gewinner des Swiss Economic Award 2015 und CEO der iNovitas AG gegen unsere Payment Arena Experten zum Thema „Disruptives Denken – Was ist in der gestandenen Finanzbranche (un)möglich?“

Wir wünschen eine schöne Sommerzeit und bis zum 27. Oktober!
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung und eine diskussionsreiche Payment Arena, diesmal wieder in den gewohnten Räumlichkeiten der Abrantix AG an der Förrlibuckstrasse 66.

Bezahlen bleibt ein “Pain” – auch mit dem Smartphone

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Ob wir unser Geld via Smartphone oder Plastikkarte ausgeben, verändert in der Wahrnehmung des Konsumenten nichts, so der Status quo. „Pains“ wiegen schwerer als „gains“. Die “pains” sind daher konsequent zu eliminieren. Eine klare Aussage von Sandro Graf, dem Leiter Service Lab des Swiss Payment Research Center. Die Experten der Payment Arena vom 23. März 2016 sind sich einig, Bezahlen in der digitalen Welt muss im Hintergrund stattfinden.

 

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Kennen wir die Bedürfnisse der Händler und Konsumenten beim Bezahlen wirklich? Glaubt man der Wissenschaft, fehlt den neuen mobilen Bezahlmöglichkeiten noch einiges an Innovation. Gemäss Studien verändert die Verlagerung des Geldscheins auf eine Karte oder ein Smartphone nicht die Tatsache, dass der Bezahlprozess vom Konsumenten als Verlust wahrgenommen wird. Gemäss Hanspeter Maurer, CEO und Gründer der Datatrans AG müsse demnach darüber nachgedacht werden, wie der digitale Bezahlvorgang als finale Aktion beim Shoppingerlebnis im Geschäft so gestaltet werden kann, damit er gänzlich in den Hintergrund rückt. Und Christoph Baumgartner, Vertreter des Verbandes Elektronischer Zahlungsverkehr (VEZ) und langjähriger Verantwortlicher für die Payment Infrastruktur bei Coop hält fest, dass gerade die „Digital Natives“ beweisbar häufig mit Bargeld am Self-Checkout bezahlen. Neben der Wissenschaft ist es auch die Praxis, welche die Aussage von Sandro Graf untermauert, wonach neue Bezahlmethoden eben mehr bieten müssen als die blosse Verlagerung von Plastik auf das Smartphone.

Auch Marcel Bührer, CEO des einzigen Triple-Brand-Issuers der Schweiz, der Swisscard AECS festigt den Konsens zu den Faktoren, die bei der Veränderung des digitalen Bezahlens für die Zukunft wirklich eine Rolle spielen. Seine Firma setzt dabei auf die bewährten Brands und investiert mit SwissWallet und MasterPass in die NFC Technologie. Dies lässt eine technische Umsetzung zu, die es registrierten MasterCard Inhabern schon bald ermöglicht, ein Geschäft zu betreten und Waren zu beziehen wobei der digitale Bezahlvorgang im Hintergrund abläuft.

Gemeinsam sind wir an der fünften Payment Arena zum Schluss gelangt, dass sich die Durchsetzung der nationalen neuen mobilen Lösungsansätze gegen die bereits sehr etablierten und internationalen Kreditkartenlösungen nicht einfach gestalten wird. Insbesondere unter dem Aspekt, dass sich der „Pain“ beim Konsumenten am POS auch mit TWINT oder Paymit noch nicht vermeiden lässt. Der Bezahlvorgang „schmerzt“ auch mit dem Smartphone. Dasselbe gilt für Apple- und AndroidPay sofern diese dem Konsumenten nicht mehr bieten, als die Übertragung der Kreditkartendaten via Smartphone und NFC an ein EFT/POS Terminal.

Nicht nur Worte sondern auch Taten sind gefragt. So bieten wir von der Abrantix in Zusammenarbeit mit MasterCard und Datatrans interessierten Händlern die Möglichkeit, sich für einen Pilotbetrieb mit MasterPass zu bewerben. AX-BeePay, die neuste Innovation im Bereich des „Hands-Free-Payment“ aus unserem Haus, findet ihren perfekten Anwendungsbereich in der modernen Gastronomie. AX-BeePay wird dem Anspruch der Konsumenten gerecht, wonach sich der digitale Bezahlvorgang im Hintergrund abspielen soll. Ob und inwiefern AX-BeePay alle wichtigen Aspekte einer zukunftsweisenden innovativen Bezahllösung erfüllt, werden erste Pilotbetriebe zeigen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Für alle die die Payment Arena nicht besuchen konnten hier das Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=zwxn3NApM8U

EFTPOS Terminal Testing Robot

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Since we need to do a lot of EFTPOS Terminal testing, we decided to build an automated EFTPOS Terminal Testing Robot. Yes, it was that simple: We just got tired and had enough of inserting the cards  and entering PIN codes by hand. Therefore we built that robot. And we can now lean back and watch the robot doing our job. Smile. watch the video:

Seriously, in our company we are writing a lot of payment terminal software. Software that has to be tested with every software release, which is quite a complex issue. Since our application supports more than 26 payment functions (debit, credit, reversal, currency conversion, TaxFree, etc.) in more than 20 languages and almost all currencies on earth, several cash register integrations (ECR) and multiple communication protocols, it is quite a task to test the terminal on its proper functionality. Especially if the payment application runs on many different terminals from several manufactures like ATOS, Ingenico, Verifone, etc.

Therefore, we have put a lot of effort in designing and creating a test environment that allows us to fully automate most of the testing. Testing in the EFTPOS environment is very fragmented. There are several ECR manufacturers with different drivers which interact with the terminal. On the other hand you have to test with different host-systems (Acquirers) as well as with different configurations (EMV Parameter Set, payment functionality, etc.). In our case we even have different hardware platforms (Terminals) with different Security-Environments. Bearing all this in mind we have created many simulators to facilitate testing. Currently, we use the following simulators:

  • Host simulator to simulate the acquirer with several protocols (ep2, ISO8583, IFSF)
  • ECR Simulators for Retail- and Petrol-Environment
  • Card simulator

The only thing we were missing to fully automate the testing was the possibility to enter the PIN. Now, we have built the PIN entry robot. And it facilitates our testing massively. We can test almost everything fully automated.

If you are interested in our testing environment, please contact us. We sell all components, simulators, the test case repository, logging facility and of course also the robot. We have several robots in stock. We can also tailor the components to your needs if required, of course. And yes, we also have a solution for contactless card testing.

We also offer our testing services. If you need to test a terminal, our experienced testers can help you. We can also design test cases on your behalf. Just let us know how we can help you.

We use our test environment for the following tasks:

  • EMV Level 2 Kernel certification (contact and contactless)
  • Hardware layer (HAL) verification
  • Payment application testing
  • Regression testing of existing applications
  • TIP/ADV certification
  • Massive, parallel transaction simulation for Host testing
  • ECR Integration testing

I hope that gives you an overview on how you can use the test robot and its test environment. Please feel free to leave a comment or watch our video.

Here you will find all our videos about the robot: https://www.youtube.com/playlist?list=PLQTUInecjJOD9oYJJtFJ9RM5f60rt_vNd

Realtime Bank to Bank Payment – Die Bezahlkarte ist schon bald Vergangenheit. Oder steht sich die Finanzbranche in der Schweiz selbst im Weg?

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Die Suppe wird nicht so heiss gegessen, wie man sie kocht. Da sind sich viele Experten anlässlich der vierten Payment Arena einig. Instant Payment wie die Fachwelt die Zukunft der Konto-zu-Konto-Zahlung nennt, war das zentrale Thema. Instantly kann Mann und Frau alle Einkäufe im Geschäft oder Online vom gewünschten Konto via Smartphone bezahlen. Und der Verkäufer erhält instantly die Bestätigung des Zahlungseingangs von seiner Bank. So einfach ist bargeldloses Bezahlen in Zukunft. Doch keiner der über 70 anwesenden Personen aus der Payment Industrie hat ernsthafte Bedenken, dass bestehende Bezahlmethoden wie VISA und MasterCard weniger Umsätze erzielen könnten. Im Gegenteil.

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Dennis Flad von der UBS erklärte, er sei der Überzeugung, dass Instant Payment der Finanzbranche dabei helfen werde, die immer noch sehr beliebten Rechnungen beim Onlinehandel zu reduzieren. Ebenso zielten die neuen technischen Möglichkeiten darauf ab, nicht die Kreditkarten sondern das Bargeld Handling am Verkaufspunkt noch weiter zu verringern. Dennis kennt die eher langsamen Prozesse in der Finanzbranche aus langjähriger Erfahrung. Daher ist er sich sicher, dass das gemeinsame Ziel aller Lösungen die Förderung des elektronischen Bezahlens insbesondere auch im M-Commerce sei und das Reduzieren von Bargeld und Papier miteinander, nicht gegeneinander.

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Bernhard Lachenmeier von CCV Schweiz meinte dazu, dass alles, was die Branche Neues bringe zuerst bei den Anwendern und Händlern auf Akzeptanz stossen müsse. Häufig werde vergessen, dass der Mensch seine Gewohnheiten nicht so schnell aufgebe. Dabei sprach Bernhard insbesondere von den mehr als 80‘000 KMUs im Schweizer Handel, deren Bedürfnisse selten angehört würden. Diese Händler und deren Kunden unterhielten sich selten über die Bezahlmöglichkeiten mit der Uhr, dem Smartphone am RFID Terminal, via Bluetooth, mit Fingerprint, per Bar- oder QRCode. Viel mehr diskutierten sie über ihre Vorteile. Denn bezahlen – man staune – könnten heute schon alle. Mit oder ohne Instant Payment.

Auch Nick Santschi als Entrepreneur in der Payment Industrie unterwegs ist überzeugt, dass sich die Bezahlverfahren zunehmend dem veränderten Konsumverhalten anpassen werden. Je nach Produkterange und Kundensegment würden die Bezahlverfahren neu oder weiterentwickelt und auf die M-Commerce, E-Commerce oder POS Bedürfnisse abgestimmt. Wichtig erscheint Nick bei allen Anwendungen die Einfachheit der Nutzung. Zum Thema Instant Payment meinte Nick, dass es technisch gesehen in der Schweiz mit Paymit bereits einen Lösungsansatz gebe. Wer in Zukunft aber welche Rolle spielen werde, sei derzeit so offen wie nie, so Santschi. Nick stellte die Frage in den Raum, ob die Banken ihre Rechner nun zu 7×24 Stunden Realtime Systemen ausbauten oder sie diese Rolle wie in der Vergangenheit einer beauftragten Firma wie der SIX Group überliessen. Auch fragte er, ob neue innovative Anbieter auf den Markt kämen, welche die Banken, deren Kunden und den Handel schneller zusammenbringen und ob solche Lösungen ausschliesslich national sein müssten. Mit Bluecode.com unterstützt Nick Santschi zurzeit einen Anbieter, der die Vision hat, Bezahlen mit dem Smartphone direkt zwischen dem Handel und den Banken für alle Konsumenten in möglichst vielen Europäischen Ländern einzuführen. Vorausgesetzt natürlich der Konsument möchte mit seinem Smartphone bezahlen.

Gemäss Marco Vosseler von der PPI Schweiz sei Instant Payment für die Banken in der Schweiz ein zentrales Thema. Mit der Harmonisierung des Zahlungsverkehrs unter ISO 20022 würden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass in Zukunft eine sofortige Begleichung jeder gestellten Rechnung Realtime funktioniere. Voraussetzung dafür sei, dass die Banken ihre Systemlandschaften direkt untereinander 7×24 Stunden in Realtime zur Verfügung stellten. Dies werde kommen, so Marco Vosseler. Und dadurch könnten neue machbare Bezahlverfahren im Handel eingeführt werden. PPI wäre das natürlich recht. Vielen anderen in der Branche nicht.

Tatsache ist, die international ausgerichtete Schweiz möchte nicht auf etablierte Bezahlmethoden verzichten, weshalb viele Verfahren auf etablierten Methoden aufbauen. Das beweist, dass Bezahlen mit Karte aktuell noch nicht Vergangenheit ist. Natürlich sind wir auch an der vierten Payment Arena 2015 nicht am brandaktuellen Thema Apple Pay, Android Pay, PayPal und Samsung Pay vorbeigekommen. Auch die nationalen Lösungen TWINT, Paymit und Mobino erscheinen wiederholt auf der Landkarte. Was die Erfolgschancen angeht, da gehen die Meinungen auseinander.

Mein Bauchgefühl verleitet mich zu der Aussage, dass die Banken Angst haben vor dem Tag, an welchem technologieführende Unternehmen wie Apple Pay nicht nur das Bezahlen via Kreditkarte anbieten, sondern auch zur kontoführenden Abrechnungsstelle für ihre Nutzer werden. Daher finde ich es schade, dass die überschaubare Finanzbranche der Schweiz es nicht hinbekommt dem Handel und den Konsumenten eine einheitliche, einfache und universell akzeptierte Lösung anzubieten. Dies sollte doch das Ziel sein. Denn glaubt man den Aussagen von Prof. Dr. Kay Pousttchi, der am Swiss Payment Forum vom 24. November 2015 einen hoch wissenschaftlichen Vortrag über „M-Payment-Strategien von Apple und Google“ gehalten hat, bleiben der Schweiz für den Aufbau und Ausbau einer nationalen Lösung höchstens noch 3 bis 4 Jahre, um „eine auf maximal Augenhöhe befindende M-Payment Lösung zu etablieren“. Ansonsten würden die grossen Technologiefirmen gänzlich das Sagen haben. Aufhalten könne man diese so oder so nicht. Doch eine gemeinsame, gute nationale Alternative wäre sinnvoll, meinte Kay Pousttchi.

Ist die Antwort Instant Payment? Ist Instant Payment nicht zu politisch und träge? Wer versteht die Zusammenhänge wirklich? Wer denkt dabei an die Nutzer? Nach einer intensiven Woche von Informationen am Swiss Payment Forum und der Payment Arena bin ich noch mehr der Überzeugung, dass sich die Schweiz im Winterschlaf befindet. In einem globalen Markt geht es nicht darum, welches Finanzinstitut mit welcher Lösung gegen den anderen Finanzdienstleister innerhalb der Schweiz antritt. Zusammen hätte man grössere Chancen.

Wir freuen uns mit der Payment Arena eine offene, gut besuchte Diskussionsplattform geschaffen zu haben, welche wir auch 2016 weiterführen.

Für alle die nicht dabei sein konnten, gibt es den Video der Payment Arena hier. (Dauer 1 Stunde)

Vom Sparmärkli und Bargeld zum mobilen Loyalty Programm mit Payment Funktion

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Ein kontroverser Dialog erzeugt Spannung. So auch an der Payment Arena von letzter Woche. Die knapp 70 teilnehmenden Branchenkenner erfuhren, wie sich Twint (neue mobile Bezahllösung der PostFinance) gegenüber den etablierten Lösungsanbietern Accarda (Privatkundenlösungen, Manor myOne) und Aduno (VISA/MasterCard) positionieren möchte und ob die Lösung für den Händler und dessen Kundschaft durchdacht ist. Denn glaubt man Daniel Hofer von Migrol, ist es immer der Konsument, welcher über den Erfolg oder Misserfolg einer Lösung entscheidet.

Wir kennen ihn, den Checkout Prozess an einer Ladenkasse. Noch kurz Milch und Brot einkaufen, an die Kasse und schnell bezahlen. Haben Sie Cumulus? Möchten Sie Märkli für die Pfannenaktion? Nein! Ich möchte bezahlen und weg. Von den Vorteilen eines Stammkunden möchte ich trotzdem profitieren.

Gemäss Thierry Kneissler unterstützt Twint ebensolche Prozesse mit der Optimierung von Bezahlen und Punktesammeln in Einem. Einfach punkten beim Bezahlen? Möglich! Natürlich nur mit dem Smartphone. Die Lösung ist offen für fast jedes Smartphone Modell. Technisch setzt man deshalb auf Bluetooth low energy, was bewirkt, dass Twint die Händler überzeugen muss, Ihre Kassenumgebung dafür auszustatten.

Roland Zwyssig von Aduno erachtet das Vorhaben der PostFinance Tochter Twint als sehr spannendes Projekt für die Beteiligten. Für die Durchsetzung im Markt sieht Zwyssig aber geringe Chancen, da die bekannten, etablierten Lösungen vergleichsweise offener und weiter verbreitet seien und sie dem Konsumenten kontaktloses Bezahlen via NFC ermöglichten. Bei der Kundenbindung setzt Aduno auf die neu lancierte, hauseigene Lösung „Surprize“, welche dem Händler zielgerichtet Loyalty Informationen von über einer Million Karteninhabern zur Verfügung stellt. Das soll dazu führen, dass der Händler mehr Umsatz erreichen kann.

Gleichgültig wie sich die neuen Angebote präsentieren, die grossen Detailhändler benötigten hinsichtlich der Kundenbindung wirklich keine Unterstützung, so Daniel Hofer von der Migrol AG, da man die Kundenbindung mit Cumulus schon seit vielen Jahren erfolgreich lebe.

Accarda ist seit vielen Jahren Lösungsanbieter in genau diesem Bereich – Private Bezahlmethoden mit Kundenbindungsvorteil. Der Bezahlvorgang werde immer mehr in den Hintergrund rücken und die Kundenbindung klar im Vordergrund stehen, meint András Puskás, Marketingleiter von Accarda zum Thema Payment und Loyalty. Der registrierte, mobile Konsument werde alle Loyalty Vorteile schon in naher Zukunft sofort und immer nutzen können. Die Belastungen der Einkäufe hingegen werden im Hintergrund und „nicht mehr spürbar“  ablaufen.

Sofort geschieht nichts, da sind sich alle Experten einig. Und wer glaubt an welche Lösung? Daniel Hofer dazu: „Nicht wir entscheiden, was sich durchsetzt sondern der Konsument“. So beobachtet er die unterschiedlichen neuen Lösungen und unterstützt die Eine oder Andere in einem Feldversuch. Überzeugt ist er, dass die Finanzinstitutionen bei vielen Lösungen zu stark nach Ihrer Strategie vorgehen und dabei die Konsumentenbedürfnisse auf der Strecke bleiben.

Eines wurde im Verlauf der Diskussion klar. Der grösste Treiber hinter den neuen mobilen Lösungen, ist nicht das Streben nach Innovation, sondern viel mehr die Angst vor Apple Pay, Paypal oder Android Pay. Insbesondere gilt dies für Lösungen wie Twint und Paymit, die von den Schweizerischen Finanzinstitutionen getragen werden. Befürchtet wird, dass Apple Pay und Co. ihren Nutzern eine Kontoführung anbieten könnten, womit der tägliche Geldfluss nicht mehr per Bank- und Postkontoguthaben, respektive mit den konventionellen Bezahlmethoden abgewickelt würde.

Nationale proprietäre Lösungen seien aber nicht die Antwort darauf, beteuern Stimmen aus dem Fachpublikum. Schon gar nicht, wenn die Postfinance mit Twint und die Banken mit Paymit wie in den Anfängen des bargeldlosen Bezahlens ihre eigenen Wege verfolgten.  Dazu komme, dass sich kaum ein weltmarktführendes Unternehmen aufgrund nationaler Lösungen von seinem Vorhaben abbringen lasse. Letztlich entscheide sich der Konsument für die Lösung, welche ihm den grössten Komfort und Nutzen biete, so der mehrheitliche Konsens der Anwesenden. Und wer steht dann im Vorteil? Paypal. Apple Pay, Android Pay, die bekanntlich eng mit Visa und MasterCard zusammenarbeiten. Oder sind es doch Lösungen wie Twint, Paymit und Mobino? Es ist und bleibt spannend.

Wir bedanken uns nochmals bei allen Experten und Payment Spezialisten für die erneut gelungene Payment Arena. Wir freuen uns bereits auf die Nächste und spannen den Bogen noch weiter. Experten aus dem Bereich ISO 20022 „Harmonisierung Zahlungsverkehr Schweiz“ diskutieren mit Spezialisten der etablierten Kartenindustrie zum Thema „Realtime Bank 2 Bank Payment – Die Bezahlkarte ist schon bald Vergangenheit.

Ihr Payment Arena Team

Kreditkarten Non-Discrimination Rule (NDR) per 01. August 2015 wirksam!

Pünktlich auf die Lancierung von unzähligen neuen mobilen Bezahllösungen wir auch der WEKO Entscheid zur Interchange-Regulierung sowie der NDR wirksam. Dies bedeutet: Händler dürfen ab dem 1.8.2015 keine Kommissionen mehr an den Konsumenten weiterverrechnen. Die NDR betrifft nicht nur die grossen Onlinehändler in der Schweiz, sondern auch alle mobilen Bezahllösungen, welche für Kreditkarten eine Transaktionsgebühr verlangen.

Was gilt

Kaum auf dem Markt, müssen einige mobile Zahllösungen schon Korrekturen bei den Gebühren vornehmen. Wer den Entscheid der WEKO über die NDR (Non-Discrimination Rule) ernst nimmt, darf per sofort für das Bezahlen mit Kreditkarte keine Preisaufschläge mehr an den Karteninhaber verrechnen. Wenn ich folglich mit meiner Kreditkarte im Onlineshop, am Verkaufspunkt oder in einer mobilen App bezahle, dürfen mir dafür keine Kosten aufgeschlagen werden. Denn mit der Regulierung der Kreditkartenkommissionen (Interchange) hat, die in der Schweiz aufgehobene NDR, wieder Gültigkeit.

Wer hält sich an die NDR-Regelung

Die neuen mobilen Bezahlverfahren ermöglichen Services, die meistens kostenpflichtig sind. Vorbildlich ist lediglich die UBS mit Paymit oder die Migrosbank mit P2P.ch. Die Mehrheit der anderen Lösungsanbieter wälzt die Kosten auf den Nutzer ab. Aus wirtschaftlicher Perspektive erscheint das logisch, da es sich um eine Geldüberweisung und (noch) nicht um einen Einkaufsservice handelt. Die entscheidende Frage aber ist was geschehen wird, wenn diese Services für den Einkauf im Onlinehandel oder am Verkaufspunkt genutzt werden können? Den Anbietern zufolge ist dies bereits in Vorbereitung. Und dann darf der Service dem Karteninhaber auch keine zusätzlichen Kosten verrechnen sonst wird gegen die NDR verstossen.

Business Case

Stellen Sie sich diesen Business Case vor: Sie bauen eine Bezahl-App und bieten Bezahlen mit der per Registrierung hinterlegten Kreditkarte an. Dafür benötigen Sie als App-Betreiber einen Händlervertrag für Distanzzahlungen, eine zugelassene PCI konforme PSP Lösung oder einen Partner. Setzen Sie diese mobile Bezahllösung nun am Verkaufspunkt ein, so halten Sie sich nicht an die Vorgaben von MasterCard und Visa, da die Zahlung technisch gesehen einer Distanz- und nicht einer Präsenzzahlung entspricht. Wird die Lösung trotzdem gewährt, hat der Händler zusätzlich zu den PSP Kosten automatisch höher anfallende Kreditkartenkommission (Distanzzahlung). Diese Gebühren darf er nun nicht mehr an den Konsumenten weitergeben. Wer soll das bezahlen?

Was meint der Handel in der Schweiz

Jahrelang hat sich der Handel für tiefere Transaktionskosten eingesetzt. Jetzt hat er mit Hilfe der WEKO eine Regulierung und weitere Senkung der Kommissionen bis 2017 erreicht. Unter der Auflage, dass die NDR auch in der Schweiz wieder wirksam wird. Doch welcher Händler ist nun bereit, freiwillig die höheren Gebühren für eine mobile Bezahlmethode zu tragen? Die mir bekannten Händler warten gerne bis mobiles Bezahlen zu den heutigen Konditionen und mit einem Präsenzvertrag abgewickelt werden kann. Über 100‘000 installierte NFC Fähige EFT/POS Terminals warten lediglich darauf, dass die Issuer in Zusammenarbeit mit VISA und MasterCard endlich den direkten Zugang auf das Smartphone ermöglichen. Dadurch entstehen dem Handel bei besten Kommissionen keine zusätzlichen Kosten und der Bezahlprozess ist für alle Bezahlmethoden einheitlich.

 

Zukunft

Ob der Händler in Zukunft auf die Beschaffung eines EFT/POS Terminals verzichten kann? Das wäre die logische Folge. Doch das EFT/POS Terminal bleibt bis zu dem Tag, an welchem alle Konsumenten das Plastik gegen ein Smartphone oder digitalen Datenträger eingetauscht haben. Wieso also nicht die bestehende Infrastruktur nutzen, statt proprietäre Payment Methoden über Kassensoftware zu installieren. Diese Situation gab es im Schweizer EFT/POS Markt vor der Vereinheitlichung unter ep2 auch schon. Eines ist sicher, es bleibt spannend.

Quellen:

http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/37691.pdf
http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/37693.pdf

Die neue Art zu bezahlen – Darauf setzen wir in der Zukunft.

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Im Mittelpunkt der Payment Arena vom 25. Juni 2015 standen mobile Bezahlmethoden im Schweizer Markt, darunter Twint, Mobino und das kürzlich lancierte Paymit. Revolutionieren die zahlreichen neuen Bezahllösungen, die sich fernab bewährter Standards und des Kartennetzwerks platzieren, den Markt mit ihrer Durchsetzung? Auf welche Lösung setzen wir für die Zukunft und wie sieht Bezahlen dann aus?

Pluralität im Schweizer Markt

Gegenwärtig kommt eine mobile Lösung nach der anderen auf den Markt, unabhängig vom Kartennetzwerk und dem bewährten Schweizer Standard ep2. Wie bezahlt man dann am POS? Noch nicht, das kommt erst. Wie und wann ist unbekannt. Mit Paymit können zwei Personen bequem Geld hin und her schicken, die Lösung scheint gut anzukommen. Doch da fängt es an, das Problem mit dem Bezahllösungs-Dschungel. Welche der drei Apps wähle ich, damit keine zusätzlichen Gebühren anfallen? Geld sollte ich nur von Konto zu Konto, nicht jedoch von Kreditkarte zu Konto schicken, ansonsten bleche ich ebenfalls.

Die Pluralität der Lösungen bremst den Markt, darüber ist man sich einig. Die Wahl einer Lösung fällt schwer, da man weder im Markt noch hinter den Kulissen abschätzen kann, welche Lösung letztlich triumphiert. Freie Marktwirtschaft nennt man das. Der Markt reguliert sich selbst. Die Merchants und Konsumenten sind überfordert. Niemand möchte zusätzliche Gebühren bezahlen. Jeder möchte eine Lösung mit Zukunftsperspektive. Bisher ist keine Lösung ausgereift und offen genug, um jedes Bedürfnis zu decken.

Der Markt entscheidet

Dem mobilen Bezahlen ist mit den aktuellen Lösungen noch Grenzen gesetzt. Eine universelle, offene Lösung über Bank- und Postkonten hinweg, mit der Karte und dem mobilen Endgerät meiner Wahl, existiert noch nicht. Da fragt man sich schon, warum bauen Paymit und Co. nicht auf den bestehenden Standards, Card Schemes und der Payment Infrastruktur (EFTPOS-Terminal, NFC) auf? Die wäre doch vorhanden. Wieso nicht alle Karten NFC tauglich aufrüsten, Apple Pay, Smartphones öffnen und los geht’s? Nein, jeder möchte eine eigene Lösung, der Markt soll entscheiden.

Warum gibt es sie noch nicht, DIE neue Lösung auf die wir alle setzen können?

An der Technologie liegt es nicht. Mobino ist technisch sogar schon bereit für die Smartwatch. Auch Paymit müsste doch gute Chancen haben, verfolgt die Lösung doch als Einzige den Ansatz das Bargeld und nicht die Kartentransaktionen zu substituieren. Und immerhin ist es die Lösung unserer vertrauenswürdigen Schweizer Banken. Bei der PostFinance-Tochter Twint setzt man auf diverse Mehrwertsdienstleistungen wie Couponing, Geschenkkarten und Loyalty im E-Wallet. Schliesslich sind Mehrwert und Comodity das Erfolgsrezept der Zukunft. (Mehr zu Payment & Loyalty im September)

Es liegt eher an der Payment-Politik, dem Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage und am Pricing. Eine neue Lösung fördern? Ja, die Acquirer sind offen für neue Lösungen, zumal sich die klassische Rolle des Acquirers mit der Marktdynamik verändert. Selbstverständlich ist man da interessiert, aber nur wenn die Lösung vielversprechend und die Convenience am POS hoch ist. Doch genau dazu brauchen die kleinen, unabhängigen Anbieter unterstützende Partner. Ein Teufelskreis. Von Handsfree Payment und einer mobilen Revolution müssen wir wohl noch etwas träumen. Als Trost kommt wenigstens bald die Maestro und Post-Debitkarte – von den Schweizern heiss geliebt- NFC tauglich auf den Markt.

Die Evolution des Payment

Klar zeichnet sich die zunehmende Verschmelzung des Präsenz- und Distanzgeschäfts auf allen Ebenen des Bezahlens ab. Bezahlen ist mobiler geworden. Dass die Terminalinfrastruktur (etablierte ep2 Standards, EMV, Chip&Pin und PCI inklusive) irgendwann der mobilen Entwicklung und der Cloud weichen, ist möglich. Sicher ist, es geschieht nicht Morgen. Und auch in Zukunft werden mehrere Bezahlmethoden nebeneinander koexistieren, das beweist die Vergangenheit. Payment ist eben doch eher Evolution als Revolution.

Die Schweizer Payment-Landschaft der ZukunftIMG_0061

Zuerst kommt noch mehr NFC und dann? Man ist optimistisch und glaubt an die eigene Lösung im Markt. Vieles wird sich ändern, darüber sind sich die 60 Experten an der Payment Arena einig.

Bis 2020 werden laut Raoul Kriesi von der ZKB 30 Prozent der Bargeld-Transaktionen digital ersetzt. Stefan Holbein von VISA meint über 60 Prozent aller VISA-Transaktionen werden mit einem mobilen Endgerät erfolgen. Dr. Karsten von Diemar von ConCardis sieht bis 2020 über 50 Prozent der Kartentransaktionen über mobile Geräte abgewickelt. Jean-François Groff von Mobino, mit der längsten Praxiserfahrung im Bereich mobile Bezahlsysteme, ist zurückhaltend und würde sich schon freuen, wenn 10% der Bargeld- und Kartentransaktionen bis 2020 mobil ausgeführt werden.

Letztlich bestimmt der Händler und Konsument, welche Lösung sich durchsetzen wird. Das Bezahlerlebnis, wettbewerbsfähige Preise, Loyalty usw. das sind sicher essentielle Erfolgsfaktoren. Angesichts der vielen Teillösungen im Markt, ist es aber vielleicht an der Zeit mit echtem Mehrwert zu bestechen: eine ausgereifte Lösung, die verschiedene Ansätze integriert. Denn was zählt im unübersichtlichen Payment-Dschungel ist einfaches und bequemes Bezahlen, nicht Komplexität.

Querschnitt Payment Arena, 25. Juni 2015.

Autor: Anja Beck

Moderation: Christian Vetsch